Library-Thing: Eine Buchempfehlungs-Website

logo2

Bei dem Dienst LibraryThing handelt es sich um die Soziale Software einer Webanwendung, bei der gemeinsam mit einer Community Bücher bearbeitet und verwaltet werden. Jeder Anwender hat in LibraryThing ein eigenes Profil, welches auf die Bibliothek des Nutzers verweist. Die eigenen Seite kann nach Belieben ausgestaltet und die Bibliothek ausgebaut werden.

Entwickler von LibraryThing ist Tim Spalding, er veröffentlichte die neuartige Buchempfehlungs-Website am 29. August 2005 und stellte sie unter anderem bei der Frankfurter Buchmesse 2006 vor. Ursprünglich wollte der Webentwickler lediglich eine Software für sich selbst und einige Freunde schreiben, um privat Bücher zu katalogisieren. Es bestand gar nicht die Absicht, daraus ein Unternehmen zu gründen.

Im selben Jahr veröffentlichte das Wall Street Journal einen Artikel über das Projekt, woraufhin die Aktivität stark anstieg und die Betreiber weitere Server bereitstellen mussten, um den zusätzlichen Datenverkehr zu verarbeiten. Der Erfolgskurs des „weltgrößten Buchclubs“ begann.

Die Anmeldung bei LibraryThing ist kostenlos, für die Nutzung fallen erst Kosten an, wenn Nutzer mehr als 200 Medieneinheiten eingestellt haben. Somit kann die Anwendung erst einmal ausgiebig getestet werden und niemand muss für einen Dienst zahlen, der nicht hält was er verspricht.

In LibraryThing stellen sich die Anwender online eine Bibliothek zusammen. Sie haben die Möglichkeit alle Bücher, die sie zu Hause haben, jemals gelesen haben, oder noch lesen wollen auf der Datenbank online zu verwalten. Die benötigte Software muss nicht heruntergeladen werden und die Katalogisierung der Bücher erfolgt gemeinsam in der Datenbank. Möchte man ein Buch seiner Bibliothek hinzufügen kann man dafür die Daten aus über 690 Online-Bibliothekskatalogen (z.B. GBV, WorldCat, …) in seine Bibliothek importieren und bei Bedarf anpassen oder mit eigenen Tags anreichern.

Die Seite wird kontinuierlich weiterentwickelt und in Zusammenarbeit mit Bibliotheken und einer Bibliothekarin entstehen immer wieder neue Funktionen, um die Verwaltung der eigenen Bibliothek noch weiter zu verbessern.

LibraryThing ist eine Web 2.0 Anwendung, die Interaktion ist ein wichtiger Bestandteil der Seite. Aufgrund der Medieneinheiten in der eigenen Bibliothek erhält der Anwender Vorschläge, welche Bücher ihm sonst noch gefallen könnten. Eine besondere Funktion ist der Vergleich mit anderen Bibliotheken: Es wird angezeigt welcher Nutzer die gleichen Bücher in seiner Sammlung hat. Besucht man deren Profil findet man sicherlich weitere Bücher, die es noch zu lesen lohnt, oder die man in seine „Wunschliste“ eintragen kann.

Auch für Bibliotheken bietet LibraryThing viele interessante Anwendungsmöglichkeiten:

Bibliotheken können sich durch einen eigenen Zugang an LibraryThing beteiligen. Sie können auf diese Weise günstig und einfach „catalogue enrichments“ in den bibliothekseigenen OPAC integrieren. Zum Beispiel können die Rezensionen oder von LibraryThing-Mitgliedern vergebenen Tags den OPAC anreichern und lebendiger und informativer gestalten.

Bereits Ende 2005 begann die Stadtbücherei Nordenham mit dem Programm zu arbeiten und stellte alle Neuerwerbungen im Erwachsenenbestand ein. Diesem Beispiel folgten auch andere Bibliotheken und informierten per RSS-Feed über ihre  Neuerwerbungen. Kleinere Bibliotheken könnten auch ihren gesamten Bestand in LibraryThing abbilden.

Die Bibliotheken können LibraryThing auch als „Werbeplattform“ nutzen, um auf die eigenen Bestände aufmerksam zu machen. Auch Veranstaltungen können durch diesen Dienst („LibraryThing local“) bekanntgegeben werden. Eine Veranstaltung ist hier leicht zu erstellen und es wird auch gleich ein interessiertes Publikum erreicht.

In Zeiten von Social Media ist es für die Bibliotheken sehr wichtig sich gut im Internet zu präsentieren und ihre Bestände quasi zum Nutzer zu bringen. Der Buchempfehlungsdienst LibraryThing bietet Ihnen diese Möglichkeit.

Stärken und Schwächen von LibraryThing

Viele Bücherliebhaber kennen vielleicht das Problem: Bücher werden immer weiter gekauft, aber Platz ist schon längst nicht mehr da. Diese Software bietet eine tolle Alternative oder Ergänzung zur heimischen Bibliothek. Die eigenen „Schätze“ können online (und somit platzsparend) verwaltet und nach Belieben ausgestaltet werden…

... und sehen dabei auch noch gut aus!
… und sehen dabei auch noch gut aus!

LibraryThing ist sehr einfach zu bedienen und die Anwendungsmöglichkeiten erklären sich zumeist von selbst. Gleich bei der Anmeldung besteht die Möglichkeit sich durch einen kurzen „Rundgang“ mit dem Programm und dessen Nutzung vertraut zu machen. Bei weiteren Fragen kann man sich über die Hilfe-Option weiter informieren oder in Foren nach Anworten suchen.

Interaktion zwischen den Nutzern wird durch viele Funktionen umgesetzt. Es wird gemeinsam an den Katalogisaten gearbeitet und Tags können übernommen werden. Die Nutzer können sich gegenseitig auf den Profilen Nachrichten hinterlassen oder sich über Gruppen, Foren und Blogs austauschen. Da es sich um eine Web 2.0 Anwendung handelt ist der intensive Austausch zwischen den Nutzern sehr wichtig. Alle arbeiten gemeinsam an einem Hobby und man profitiert von den Bewertungen und Rezensionen der anderen Community-Mitglieder. Sie erleichtern einem die Buchauswahl und helfen Bücher zu finden, die den eigenen Vorlieben entsprechen.

Der Dienst kann zu Beginn, wenn die Anwender die eigene Bibliothek einstellen, recht arbeitsaufwendig sein. Es liegt aber andererseits auch im Ermessen eines jeden Nutzers, wie intensiv er dieses Programm nutzen möchte. Und ist die Anfangshürde einmal genommen, hat man nur noch einen minimalen Arbeitsaufwand, um seinen Bestand aktuell zu halten.

Ein klarer Nachteil ist jedoch das Übermaß an englischer Sprache. Es gibt Gruppen, die sich mit der Übersetzung beschäftigen, aber nach wie vor sind einige Funktionen nur auf Englisch verfügbar. Da besteht noch Entwicklungsbedarf.

Alles in allem lässt sich sagen, dass LibraryThing eine Plattform ist, die Bücherliebhabern viele interessante Funktionalitäten bietet. Hier gilt learning by doing, am besten einfach ausprobieren!

Die Bibliothek 2.0 könnte sich hier ruhig noch einige Anregungen holen!

Quellen:

http://www.librarything.com/

http://www.librarything.com/zeitgeist

http://de.wikipedia.org/wiki/LibraryThing

http://www.librarything.com/forlibraries

http://eprints.rclis.org/11077/

http://wiki.histnet.ch/index.php/Librarything

http://nordenhamerbuecherei.twoday.net/topics/In+eigener+Sache/

Advertisements

6 Gedanken zu „Library-Thing: Eine Buchempfehlungs-Website

  1. Habe ich es richtig verstanden, dass LibraryThing aus Deutschland kommt? Gleich eine Überraschung zu Beginn! 😀 Die Zusammenarbeit mit Bibliothekskatalogen garantiert ja auch sehr verlässliche Quellen und das Recommander Service ist wirklich praktisch, gefällt mir alles sehr gut! Ebenso dein Artikel. Dein Text ist sehr informativ und belebt geschrieben – man merkt, dass dir das Thema Spaß gemacht hat. Ich hätte mir beim Lesen noch einige Screenshots gewünscht, um den Dienst etwas besser einschätzen zu können. Auch Zwischenüberschriften hätten den Text übersichtlicher gemacht. Ich bin jedenfalls sehr angetan von LibraryThing, aber wenn ich mich tatsächlich anmelde, behalte ich die 200-Grenze besser gut im Auge! 😉

    • Hi Ramona,

      danke für deinen Kommentar, freut mich, dass dir der Dienst Librarything gefällt. Es lohnt sich mal reinzuschauen.

      Der Dienst ist aber nicht aus Deutschland, auch wenn er auf der Frankfurter Buchmesse etc. vorgestellt wurde. Tim Spalding (der Erfinder) kommt glaube ich aus dem amerikanischen Raum, ich konnte dazu keine genauen Quellen finden.
      Librarything ist in Deutschland eingeführt worden und auch teilweise deutschsprachig, aber kommt nicht ursprünglich aus Deutschland, da muss ich dich leider enttäuschen 😉

      P.S.: die 200-er Grenze werde ich wohl auch nicht überschreiten wollen^^

  2. Hey Anna,
    auch ich muss zugeben, dass mir LibraryThing bisher noch nichts sagte. Umso spannender finde ich es aber nun, Deinen Artikel dazu zu lesen!
    Dein Artikel ist gut geschrieben und lässt diesen Internetdienst sehr attraktiv erscheinenk allerdings muss ich Ramona zustimmen, da auch ich mir ein paar Grafiken zur Anschaulichkeit gewünscht hätte und eine Gliederung durch (teilweise einfach deutlichere) Überschriften die Orientierung erleichtert hätte.
    Sowohl privat, als auch für (evtl. eher öffentliche) Bibliotheken stelle ich mir den Einsatz von LibraryThing sehr spannend vor, zumindest wenn gerade in letzteren ausreichend Kapazitäten für die Einarbeitung in das Programm und für die Pflege der Daten vorhanden sind. Du hast schon recht, dass auf diese Weise mit der Einbindung user-generierter Inhalte in den OPAC experimentiert werden könnte! Auch darüber hinaus hast Du die Möglickeiten der Nutzung in Bibliotheken sehr ausführlich und sinnvoll beschrieben.
    Very nice! 🙂

    • Hi lukutroelkat,

      ich habe mich sehr über deinen netten Kommentar gefreut.
      Du hast schon recht damit, dass Librarything eher was für öffentliche Bibliotheken ist, die wissenschaftlichen sind anders orientiert und die Nutzer haben auch andere Interessen, da sehe ich nicht die Notwendigkeit einer solchen Anwendung.
      Das Hauptproblem bei der Einführung von Librarything in einer Bibliothek wird tatsächlich der Personal- und Zeitaufwand sein. Die Kapazitäten müssen vorhanden sein, was viele Bibliotheken leider nicht leisten können.

  3. Wie Kat habe ich bereits von „LibraryThing“ gehört, konnte mir aber nie was darunter vorstellen. Durch den Artikel habe ich einen guten Einblick bekommen, was „LibraryThing“ eigentlich ist und wie man es nutzen kann. Der Screenshot der eigenen „Bibliothek“ hat mir sehr geholfen, mir vorzustellen, wie der Dienst genau aussieht.

    Besonders gut hat mir gefallen, dass du die Einsatzmöglichkeiten in Bibliotheken so genau ausgeführt hast, ich persönlich hoffe auch, dass wir bei den Bücherhallen auch in diese Richtung gehen, da ein Katalog dadurch wirklich „lebendiger“ wird.

    Ein Verbesserungsvorschlag noch:
    Wie Kat hätte ich mir auch eine eindeutigere Gliederung durch Teilüberschriften gewünscht, so wäre der Artikel noch übersichtlicher geworden.

    Ansonsten ist der Artikel gut gelungen und hat mir einen guten Eindruck des Dienstes vermitteln können, sodass ich zu Hause wahrscheinlich auch mal in den Dienst „reinschnuppern“ werde.

  4. Dein Artikel hat mich auf jeden Fall dazu gebracht, dass ich mich mal probeweise bei Library-Thing anmelden werde. Es erscheint mir auf jeden Fall einfacher zu sein, sich seine kleine eigene Bibliothek über diesen Dienst zusammenzustellen, als über ein Access-Datenbank. Wenn die Empfehlungen auch so gut sind, wie bei last.fm und moviepilot funktionieren, bin ich jetzt schon begeistert. Ich freu mich schon auf die Schulung, um einen Überblick über den Arbeitsaufwand zu bekommen. Vielen Dank für deinen Artikel!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s