Streaming am Beispiel von YouTube

1. Was ist Streaming?

Als Streaming bezeichnet man ein Datenübertragungsverfahren, bei dem die Daten bereits während der Übertragung angesehen oder angehört werden können (und nicht erst nach der vollständigen Übertragung der Daten)1

Dabei ist die Rede von Audio und Video-Dateien, auch Podcast (Audio) und Videocast (Video) genannt.  Der Podcast ist eine Wortschöpfung aus dem Wort „i-Pod“ (MP3-Player) und „Broadcasting“, was so viel bedeutet wie „Rundruf“. Daten werden hier von einem Punkt aus zu allen Empfängern gesandt. D.h. mittels eines Podcasts wird eine Audiospur verfügbar, die von mehreren Empfängern ( „Hörern“ ) gleichzeitig angehört werden kann. Logischerweise ist ein Videocast ebenfalls ein Podcast nur statt einer Audiodatei, enthält ein Videocast eine Videodatei. Livestream wiederum bezeichnet ein Streaming-Angebot, dass in Echtzeit übertragen wird.Das Verfahren, bei dem man Abläufe einer Software am PC aufzeichnet und ggf. kommentiert, nennt man Screencasting.5  

2. Videoportal YouTube

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Ein Anbieter von Videocasts ist z.B. YouTube. Das Videoportal bietet die Möglichkeit Videos anzusehen, hochzuladen und sie zu bewerten. Auf YouTube findet man häufig Musikvideos, Trailer von Kinofilmen und allerhand selbst erstellte Videos von Nutzern zu jeglichen Themen, z.B. gibt es Videos, in denen Schminktipps gegeben werden, Bücherfans ihre neusten Lesetipps abgeben und vieles mehr.

Nutzer haben die Möglichkeit sofort über die Verwendung einer Webcam Videos in ihren Youtube-Kanal hochzuladen oder aber auf eine Auswahl von Youtube bereitgestellten Videos zuzugreifen um die Videos zu mixen. Die Video-Spur kann von einer Audiospur untermalt werden, auch hierfür stehen freie Melodien und Songs bereit. Mittels des Video-Editor können verschiedene Übergänge einzelner Szenen individuell gewählt werden, auch Fotos und Text können ins Video eingebettet werden.

Natürlich kann man seine Videos auch taggen, sodass sie besser gefunden werden können. Erfolgreiche Youtube-Kanäle verdienen mittlerweile ihr Geld über eingeschaltete Werbung und sind von Agenturen aufgenommen worden. Beispiele sind z.B. „Y-Titty“ und „Die Lochis„.

3. Verwendung von Streaming im Allgemeinen 

Art der Verwendung

Beispiele

Erläuterungen

 Fernsehsendungen

Öffentliche ( z.B. ARD) und private Sender (z.B. VOX)

Mittels Videocasts können versäumte Sendungen kostenfrei (nach einiger Zeit gegen Aufpreis) nachgeschaut oder direkt per Livestream online verfolgt werden.

Nachrichten

Tagesschau, spiegel.online

Nachrichten und aktuelle Themen werden als Videocast zur Ansicht bereitgestellt

Online-Videothek

MaxDome, Watchever

illegal: kinox.to

Gegen eine monatliche Gebühr (bei kinox.to illegal ohne Gebühr) können Serien und Filme, die in der Videothek angeboten werden, rund um  die Uhr angeschaut werden.

Videotelefonie

Skype

Nutzer können sowohl Videochats als auch Audiochats live führen.

Onlinegaming

Twitch.tv

Nutzer können verschiedene Online-Spiele im Livestream mitverfolgen (Screencasting).   

Musik hochladen und anhören

Soundcloud, myspace

Musik kann von Nutzern hochgeladen und geteilt werden.

Musikbibliothek

Spotify

Nutzer können für eine bestimmte Anzahl von Stunden kostenlos die bereitgestellte Musik nutzen ( nach dieser Stundenzahl gegen Gebühr).

Musik/Hörbuchproben

Jpc, audible

Es können Ausschnitte von Musik- und Hörbüchern kostenlos angehört werden, mit der Absicht diese zu verkaufen.

Videos aller Art hochladen

und anschauen

YouTube, myvideo

Videos können kostenlos hochgeladen und geteilt werden.

4. Anwendung in FAMI-Betrieben 

Art der Verwendung

Beispiele

Erläuterungen

In Bibliotheken:

 

 

(Live-)Übertragung von Veranstaltungen

Bücherhallen Hamburg

Z.B. Autorenlesungen (z.B. Liveübertragung von Cornelia Funke- Lesung in der Zentralbibliothek , gleichzeitige Liveübertragung in verschiedene Bücherhallen)

Vorstellung von Medien

Jugendbibliothek Hoeb4U

In der Hoeb4U sind Medienvorstellungen als Videocasts in Überlegung.

Vorstellung von Diensten

Homepage der Bücherhallen Hamburg

Mittels Screencasting werden verschiedene Dienste einer Bibliothek/ eines FaMI-Betriebs vorgestellt (Z.B. Katalog, Virtuelle Dienste wie Datenbanken, e-learning usw. …).

e-learning

Anbieter: Auralog-TellMeMore

Für E-learning -Sprachkurse werden häufig Audiocasts benutzt, um die Aussprache von Fremdsprachen zu erleichtern und zu üben.

Dienste, für bestimmte Zielgruppen

Erklärung von Diensten in Gebärdensprache (Videocasts) ;  

Möglichkeit sich die Homepage vorlesen zu lassen ( Zur Barrierefreiheit von Blinden ; Audiocasts)

Dienste werden mittels Video- und Audiocasts für spezielle Zielgruppen angespasst.

Akquisition

Jpc

Um über die Anschaffung einer neuen Musik-CD zu entscheiden, werden häufig Hörproben der Tracks zu Rate gezogen.

5. Stärken

Die eindeutigen Stärken des Streamings liegen in der Tatsache, dass man sofort die Podcasts/Videocasts anschauen kann, ohne dass man sie zuvor lange herunterladen muss. So entstehen keine langen Wartezeiten und der Nutzer muss auch keine Daten speichern (kein Speicherplatzbedarf).

Eine weitere Stärke der Streaming-Dienste ist deren umfangreiche Einsetzbarkeit.

Zudem ist es durch Streaming möglich Liveübertragungen zu bewerkstelligen.

6. Schwächen

Natürlich gibt es beim Streaming auch Nachteile. Ein Nachteil ist, dass die gleichzeitige Übertragung an viele verschiedene Nutzer begrenzt ist, weshalb auch häufig Streamingangebote eine schlechte Qualität aufweisen, um es gleichzeitig mehr Nutzern zu ermöglichen das Streamingangebot zu nutzen. Umso mehr „Traffic“, gleichzusetzen mit Verkehr auf eine Seite (Anzahl der Klicks auf eine Seite), bzw. einem Streamingangebot auflaufen und umso größer die Dateien sind, umso mehr Bandbreite wird benötigt und umso teurer werden natürlich auch die Kosten für den Anbieter/Mieter eines Servers. Um die Bandbreite möglichst gering zu halten, aber gleichzeitg vielen Nutzer das Angebot zu ermöglichen, wird häufig schlechtere Qualität (und somit geringes Datenvolumen àgeringerer Speicherplatzbedarf)  in Kauf genommen, um die Kosten möglichst gering zu halten.

Ein großes Problem beim Streaming (insbesondere bei Streaming von privaten Nutzern) ist die Möglichkeit der Datenpiraterie. Viele Nutzer (u.a. bei YouTube, aber auch bei vielen anderen Anbietern) stellen urheberrechtliche geschützte Werke (z.B. Musikvideos, Audiodateien von Hörbüchern, Kinofilme und Filme (kinox.to) ) ohne Zustimmung der Urheber ins Netz. 

Außerdem werden beim professionellen Streaming mit größeren Datenvolumen teure Server und spezielle Software zum Bearbeiten und Hochladen der Dateien benötigt. 

Um Streamingdienste sinnvoll und ohne Probleme nutzen zu können, besteht der Bedarf einer guten funktionsfähigen Internetleitung.

Außerdem gibt es immer eine Grenze, wie viele Daten übertragen werden können (Einschränkung).

7. Wofür eignet sich Streaming / wofür nicht?

Streaming eignet sich für das Hochladen von kleineren Datenmengen, um die Kosten möglichst gering zu halten und dementsprechend nicht für zu große Datenmengen. Verwendung findet es in vielen oben genannten Möglichkeiten uvm.

8. Fazit

Streaming-Dienste sind in den Zeiten des Web 2.0 ein sehr beliebtes Angebot, für die es zahlreiche Verwendungsmöglichkeiten gibt. Daher werden sich meiner Meinung nach die Streaming-Angebote in Zukunft auch noch ausweiten.

 

Quellen:

1: http://www.duden.de/rechtschreibung/Streaming

2: vgl. : http://www.itwissen.info/definition/lexikon/Podcasting-podcasting.html 

3: vgl: http://www.itwissen.info/definition/lexikon/broadcast-Rundspruch-BC.html

4: vgl. : http://de.wikipedia.org/wiki/Livestream

5: vgl.: http://szenesprachenwiki.de/definition/screencast/

6: Logo YouTube: http://www.youtube.com/ 

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6 Gedanken zu „Streaming am Beispiel von YouTube

  1. @lizzysbookheaven:
    Ich finde Deinen Fachartikel sehr gelungen und informativ! Zunächst einmal gibts Du eine leicht verständliche und ausführliche allgemeine Definition vom Streaming und seinen Varianten. Danach gehst Du ebenso gut auf die Dienste von YouTube ein und erklärst dabei auch noch, welche technischen Möglichkeiten dieser Dienst bietet.
    Die Einsatzgebiete für Streaming-Dienste erläuterst Du sehr schön anhand zahlreicher Beispiele, die man oft auch aus dem Alltag kennt und sich somit gut vorstellen kann. Die Beispiele für den Einsatz in Bibliotheken sind teilweise schon in Gebrauch, teilweise aber auch erst in Planung. Das finde ich sehr schön, da Du so auch schon eine kleine Prognose für die mögliche zukünftige Nutzung abgibst.
    Die Stärken und Schwächen beginnst Du jeweils recht ausführlich und erläuterst die zunächst auch gut. Gegen Ende der Rubriken handelst Du jedoch einige Stärken und Schwächen recht fix ab, die man evtl. noch etwas ausführlicher hätte behandeln können (z.B. mögliche positive Effekte der Liveübertragung) und einige Punkte hätte man auch zu einem Punkt zusammenfassen können (z.B. größere Datenvolumen –> teuer + begrenztes Datenübertragungsvolumen zusammenfassen).
    Auch Dein Fazit und die Grenzen der Einsetzbarkeit fallen recht knapp aus, was aber insofern verständlich ist, da Du die Punkte, die Du dort ansprichts, vorher bereits ausführlich behandelt hast. Lediglich einen Hinweis auf die Risiken und Probleme (gerade beim Einsatz in Bibliotheken) bzgl. illegalen Inhalten (s. kinox.to) oder Jugendschutz, hätte ich noch hinzugefügt.
    Es kommen in Deinem Artikel nur leichte Rechtschreib- und Grammatikfehler vor, die das Verständnis aber in keiner Weise beeinträchtigen. Du hast sowohl ein Logo eingefügt, als auch Deine Quellen angegeben.Insgesamt ist Dein Beitrag sehr übersichtlich gestaltet (gerade den Einsatz von Tabellen finde ich sehr gelungen) und Du erklärst den Sachverhalt anschaulich und verständlich! 🙂

  2. @lizzysbookheaven:
    Ich kann mich der Vokommenatorin lukutroelkat nur anschließen.
    Ich finde dein Artikel ist sehr gut gegliedert und sehr informativ. Es gab viele neue Informationen für mich – mir war nicht klar, wie vielfältig die Möglichkeiten des Streaming sind! Du hast mir einen super Überblick gegeben und alles einfach und gut verständlich erklärt!

  3. Der Artikel ist gut gegliedert, besonders der Einsatz der Tabellen war sehr sinnvoll! Ein meiner Meinung nach sehr wichtiger Punkt auf der Schwächen-Seite fehlt mir allerdings: Der Zeitaufwand. Für das Erstellen eines Konzepts für gute Streaming-Projekte sowie die tatsächliche Produktion von Videos (die kein Live-Ereignis abbilden) muss sehr viel Zeit eingeplant werden. Auch für die Nachbearbeitung (z.B. Cutten des Films) benötigt man Vorkenntnisse, bzw. Zeit, um sich mit der Software vertraut zu machen. Bibliotheken sollten sich also zuvor gut überlegen, ob genug Ideen und Zeit für einen eigenen You Tube-Channel vorhanden sind.

  4. Auch ich kann mich eigentlich nur Lea und Kat anschließen. Ein sehr informativer und gut gegliederter Artikel. Ich habe so einiges neues über Streaming Dienste erfahren….auch mir war nicht klar wieviel verschiedene Möglichkeiten es im Streaming-Bereich gibt.

    Vor allem die Übersicht der Verwendung von Streaming ist sehr gut dargestellt und auch der ausführliche Teil über die Schwächen ist sehr informativ!

  5. Ich kann mich den Kommentaren nur anschließen. Ich muss jedoch sagen, der Unterschied zwischen Podcast und Videocast war mir bisher nicht so bewusst und durch Deine gute Erklärung ist mir der Unterschied erst richtig deutlich geworden.
    Du verwendest die Tabellen wirklich sehr gut, damit ist die Auflistung sehr übersichtlich.

  6. Liebe Lisa,
    ich kann mich den anderen hinsichtlich der Gestaltung und Asuführlichkeit nur anschließen. Besonders die Tabellen sind dir gut gelungen. Sehr positiv finde ich deine vielen Beispiele, die du auch noch kurz und knapp erklärt hast. Ich hätte mir jedoch noch gewünscht, dass du bei einigen etwas unbekannteren Beispielen wie, Twitch.tv oder Auralog-TellMeMore Links oder Screenshots dazu gesetzt hättest. So hätte man besser einen ausführlicheren Eindruck bekommen.
    Ich hätte mir noch gewünscht, dass du noch mehr auf die Schwäche Missbrauch/Datenpiraterie eingegangen wärst. Diese Schwäche spielt meiner Meinung nach eine wichtige Rolle in der heutigen Zeit beim Streaming. Auch dein Fazit hätte für mich noch ein wenig länger ausfallen können – es hätte deinen sehr gelungen Artikel noch ein wenig runder gemacht.

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